Gruppenbild mit vielen Menschen bei Preisverleihung

Menschenrechts-Filmpreis

Beim Medienprojekt Wuppertal entstandener Film wurde ausgezeichnet

„Just a normal girl“, das ist der Titel eines Kurzfilms, der beim Medienprojekt Wuppertal, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW entstanden ist und der nun den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis erhalten hat. Der Film ist Teil der  Bildungs- und Aufklärungsreihe „Liebe in der Fremde“ zum Umgang junger Geflüchteter mit Liebe und Sexualität.

Junge Filmemacherin erzählt ihre eigene Geschichte


Gedreht wurde der Film von der 16-jährigen Schülerin Vanessa Ugiagbe und der Filmstudentin Yasemin Markstein. Sie erzählen Ugiagbes Geschichte. In ihrem Heimatland Nigeria sollte sie als Kind beschnitten und zwangsverheiratet werden. Die Mutter floh mit ihr und ihrem Bruder erst in eine andere Stadt in Nigeria, dann weiter nach Deutschland. Hier will das junge Mädchen nun endlich ein ganz normaler Teenager sein.

Film ermutigt trotz schwieriger Umstände, einen Ausweg zu suchen


Der Deutschen Menschenrechts-Preis zeichnet Filme aus,  die sich mit der Idee der Menschenrechte beziehungsweise deren Umsetzung, Schutz und Verletzung auseinandersetzen. Es gibt verschiedene Kategorien, „Just a normal girl“ erhielt den Preis in der Kategorie „Amateure“. Die Jury begründete die Auszeichnung wie folgt:

„Der Film ‚Just a normal Girl‘ besticht durch seinen Kontrast zwischen eindringlich und bildhaft erzählten Interviews und den jugendlich lebensfrohen Aufnahmen des Alltags der Filmemacherin und Protagonistin Vanessa. Die Tragik der Flucht aus Nigeria vor der Zwangsverheiratung und Beschneidung wird durch diese Erzählweise aufgefangen und in den hoffnungsvollen Kontext eines sicheren Lebens in Deutschland gerückt. Der Film schafft es durch die reflektierte Haltung der Protagonistin sich nicht damit aufzuhalten Mitleid zu erwecken, sondern bestärkt auf kraftvolle Weise sich für die eigenen Rechte einzusetzen und gegen Widerstände anzugehen. Der für die Tochter lebenswichtige Zusammenhalt mit ihrer Familie und der kämpferische Wille der Mutter ihre Tochter vor den Traditionen ihrer Familie zu beschützen, zeigt einen wichtigen Schritt für die Zukunft: Mütter die ihren Töchtern eine bessere Zukunft wünschen und gönnen, anstatt sie ihr eigenes Schicksal wiederholen zu lassen. Die Aussöhnung mit der Vergangenheit, in der sich die Protagonistin bei ihrer Vergangenheit bedankt, da sie ihr eine bessere Zukunft gebracht hat, zeigt einen heilsamen Prozess. Der Film ermutigt trotz schwieriger Umstände, einen Ausweg zu suchen und bekommt dafür den Menschenrechtspreis in der Kategorie Amateure.“

Als Bildungs- und Aufklärungsfilm beim Medienprojekt erhältlich


Der Film „Just a normal girl“ ist als Teil der Filmreihe „Liebe in der Fremde“ über das Medienprojekt Wuppertal bestellbar.



Bild: ©Deutscher Menschenrechts-Filmpreis