Medikamententropf

Apothekerskandal: Bundestags-Petition gestartet

Paritätischer NRW fordert unangekündigte Kontrollen und Schutz für Whistleblower

Nie wieder gepanschte Krebsmedikamente?  Zwar sitzt der Bottroper Apotheker, der es Ende 2017 bundesweit zu trauriger Berühmtheit gebracht hatte, nun in Haft. Doch politisch ist seitdem wenig passiert. Um das zu ändern haben die Krebs-Selbsthilfegruppen in Bottrop, das Bottroper Selbsthilfe-Büro und der Paritätische NRW, Kreisgruppe Bottrop, eine Petition an den Bundestag gestartet.

Konsequenzen ziehen


„Bottrop ist das Eine. Doch wo bleiben die Konsequenzen? Wie stellt die Politik sicher, dass sich ein solcher Fall nicht wiederholen kann?“, fragt Andrea Büngeler, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen NRW. „Wir fordern unangekündigte Kontrollen der Apotheken, eine Dokumentationspflicht und Verbesserungen im Whistleblower-Schutz.“ Auch eine Plausibilitätskontrolle des Wareneingangs und -ausgangs sowie die Kontrolle und Stichproben von Rückläufern in den Apotheken gehören zu den in der Petition geforderten Maßnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten.

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Die Petenten haben einen weiten Weg hinter sich: Die Verwaltung des Petitionsausschusses hatte die Petition zunächst abgelehnt und dies mit einer angeblich „fehlenden Zuständigkeit des Bundes“ begründet. Dagegen legten sie Widerspruch ein – und das mit Erfolg. „Der erste große Schritt, die Annahme unserer Petition durch den Deutschen Bundestag, ist geschafft“, so Andrea Multmeier, Geschäftsführerin des Paritätischen in Bottrop. „Jetzt brauchen wir die Unterstützung aller Menschen in Bottrop und in ganz Deutschland, die sich mit uns gemeinsam für einen besseren Schutz von Krebspatientinnen und Krebspatienten einsetzen möchten.“

Mit der Petition wird gefordert, dass Regelungen für die Herstellung von Krebsmedikamenten in Apotheken zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten geändert werden.
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